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10.12.2011
von Harald Jochums, Architekt

++Betreff: Vertreibung++

Lieber Herr Günter, anbei ein Brief an Ratsmitglieder, natürlich auch zum Weitergeben. - Mit traurigem Gruß, so einen Brief an meinen eigenen Rat schreiben zu müssen

JO.

 

OFFENER BRIEF AN MITGLIEDER DES RATES DER STADT DUISBURG

"Mieter gehen wegen Factory-Outlet auf die Barrikaden" (der westen.de, 6/12/11, 14:58Uhr)

Bei diesem Artikel habe ich mich gefragt, ob die Politiker und Politikerinnen unserer Stadt meinen, sich mittlerweile gegen die eigenen Bürger und Bürgerinnen schützen zu müssen, indem sie Barrikaden bauen? Diese sind eindeutig nicht von den Bürger/innen aufgebaut worden. 

Die Entfremdung zwischen den gewählten Volksvertretern/innen  und uns Bürgern/innen hat mittlerweile Ausmafle ungeahnten Ausmafles angenommen. Im Fall des Factory-Outlet-Centers  sollen Bürger/innen mit ausdrücklicher Zustimmung aller Parteien sogar aus ihren Wohnungen vertrieben werden, was de facto einer Enteignung gleichkommt, wohnen die Mieter/innen z.T. seit bis zu 50 Jahren in ihren Wohnungen und da greifen nicht nur der Mieterschutz, sondern auch das Gewohnheitsrecht. - Enteignet werden kann aber nur aus Gründen des Gemeinwohls, das ich hier nicht erkennen kann. So handelt es sich bei dem "Investor" um eine nicht ganz unumstrittene Firma und die Anzahl und Qualität der Arbeitsplätze sowie der wirtschaftliche Nutzen ist marginal. Auch ist zu fragen, warum von den ursprünglich 7 Interessenten nur einer übriggeblieben ist. - Das ist nur eine Auswahl von Fragen. - Soweit die juristische Seite.

Viel schwerer wiegt die menschliche Seite, für die ich fast keine Worte mehr finde - mir fällt nur noch MENSCHENVERACHTEND ein ..., was sich nicht nur darin ausdrückt, daß es die Stadt der Wohnungsbaugesellschaft Immeo [einer Heuschrecke, d. R.] überläßt, die Menschen sozialverträglich zu entsorgen und sich nicht selber drum kümmert. - In Bruckhausen findet (nicht nur) übrigens ein ähnlicher Prozeß mit ebenso fragwürdigem Hintergrund und Folgen statt. 

Da wahrscheinlich schon wieder hinter den Kulissen Verträge geschlossen worden sind, kann ich mir  jetzt nur noch die Lösung vorstellen, daß das Projekt "abgespeckt" wird, ohne Abriß stattfindet und die Menschen in ihren Häusern wohnen bleiben können, die für viele zu einer Heimat geworden sind. Umstritten bleibt das Projekt aber auch dann  immer noch. 

"Heimatvertriebene" - irgendwo habe ich den Begriff schon mal in einem anderen Zusammenhang gehört ...

JO.


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