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Lippische Bachforellen sollen Leben in die Ruhr bringen

Die Europäische Kommission hat 2012 zum »Europäischen Jahr des Wassers« erklärt. Grund genug für eine symbolische Aktivität, 1000 lippische Bachforellen finden unter der Schirmherrschaft von Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Frau Dr. Angelika Schwall-Düren ein neues Zuhause in der Ruhr.

Lesen Sie hier die Berichterstattung über die Aktion von europa-nrw.de (PDF)

sowie die Einladung von Friedel Heuwinkel, dem Landrat Kreis Lippe (PDF).

01.06.2012 18:51 Alter: 5 yrs

Grußwort der Europaministerin NW Dr. Angelica Schwall-Düren zur Besatzmaßnahme „1000 lippische Bachforellen für die Ruhr“

Das Industriewald Projekt und die Landschaftsbauhütte setzen in die untere Ruhr Forellen ein - das Geschenk des Kreises Lippe, gebracht vom Landrat Heuwinkel. Die Europaminsterin NW, Dr. Angelica Schwall-Duren spricht am Fluß einen eindrucksvollen Text.

Grußwort zur Besatzmaßnahme „1000 lippische Bachforellen für die Ruhr“ anlässlich des Europäischen Jahrs des Wassers 2012 durch die Schirmherrin Frau Dr. Angelica Schwall-Düren, Europaministerin des Landes Nordrhein-Westfalen

–  es gilt das gesprochene Wort –

„Meine sehr geehrten Damen und Herren,

In einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber, wie ein Pfeil:
Ich stand an dem Gestade
Und sah in süsser Ruh
Des muntern Fischleins Bade
Im klaren Bächlein zu.

mit dieser ersten Strophe des Gedichts „Die Forelle“ von Christian Friedrich Daniel Schubart – besonders bekannt als Kunstlied von Franz Schubert – möchte ich Sie begrüßen.

Wenn wir heute „der muntern Fischlein Bade“ hier in der Ruhr zusehen können, dann ist das wahrlich ein Grund, stolz zu sein. In den beiden folgenden Strophen des Gedichts ist es nämlich schnell vorbei mit dem schönen Schauspiel. Eine plötzlich herbeigeführte Trübung des einstmals klaren Wassers wird der Forelle zum Verhängnis.

So ist es auch bei uns gekommen, mit einer Industrialisierung, die kaum Rücksicht genommen hat auf Natur und Artenvielfalt. Noch im Jahr 1911 beschrieb der Münsteraner Zoologe August Thienemann die Ruhr als „eine braun-schwarze Brühe, die stark nach Blausäure riecht, keine Spur Sauerstoff enthält und absolut tot ist“. Mit Schubarts Worten war aus der Ruhr „ein Bächlein tückisch trübe“ geworden.

Dass wir heute wieder vor einer ungetrübten und sauberen Ruhr stehen, das ist dem langjährigen Engagement von Ihnen und uns allen zu verdanken. Der jüngste Schritt auf dem langen Weg zur Verbesserung der Wasserqualität ist die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Diese Richtlinie ist dahingehend revolutionär, dass sie zur Messung nicht nur des chemischen, sondern auch des ökologischen Zustands des Wassers verpflichtet. Dieser Ansatz, die Qualität des Wassers an den Tieren festzumachen, die in ihm leben, ist in Europa entstanden. In aufwendigen Messprogrammen stellen wir nun alle drei Jahre zusammen, welche Lebewesen in unseren Gewässern vorkommen. Dies sind aussagekräftige Indikatoren, an denen wir unser politisches Handeln ausrichten. 

Gerade ist die zweite Messperiode im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie abgeschlossen. Besonders in stark ausgebauten Flüssen wie der Ruhr gilt es nun, den menschlichen Eingriff in die Natur abzumildern und Fehler der Vergangenheit wieder gutzumachen. Deshalb entstehen Fischtreppen, etwa in Duisburg oder am Baldeneysee. Im Bereich des Trinkwassers liegt unser Fokus auf dem Programm Rhein-Ruhr, mit welchem das sog. „Multibarrieren-System“ weiter ertüchtigt werden soll, um auf Unfälle etwa mit Gefahrguttransportern besser reagieren zu können.

Meine Damen und Herren,

All dies sind Maßnahmen, die sich in die Logik der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie einfügen. Wir haben in dieser Hinsicht bereits beachtliche Fortschritte gemacht. Um die bis 2027 gesteckten Ziele zu erreichen sind jedoch noch weitere Anstrengungen nötig. Deshalb freue ich mich, dass ich die Schirmherrschaft über dieses Projekt übernehmen durfte, um so im Europäischen Jahr des Wassers in einem symbolischen Akt an der Renaturierung der Ruhr mitzuwirken. In diesem Jahr werden wir auch einen Zwischenbericht an die Europäische Kommission abliefern. Im Hinblick auf das für November angekündigte „Konzept für den Schutz der europäischen Wasserressourcen“ werden wir uns für die Fortführung der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie über das Jahr 2027 hinaus einsetzen.

Meine Damen und Herren,

Ich bin überzeugt, dass wir mit diesen Maßnahmen auf einem richtigen Weg sind und danke Ihnen für Ihr Engagement.

Ich bin hoch erfreut, Herr Landrat Heuwinkel, dass Sie in ihrer geradezu sprichwörtlichen lippischen Großzügigkeit dem Ruhrgebiet dieses schöne Geschenk gemacht haben. Ganz besonders in diesem Jahr 2012, wo das Land auch noch am Pfingstwochenende anlässlich des Nordrhein-Westfalen-Tags Detmold/Lippe bei Ihnen zu Gast sein wird.

Ihnen, Herr Dr. Schulte, danke ich, dass Sie sich mit diesem Projekt wie mit vielen anderen für die ökologisch nachhaltige Umgestaltung des Ruhrgebietes engagieren.

Ihnen schließlich, Herr Keienburg und Herr Techtmeier, muss ich gestehen, dass das Gedicht von der Forelle noch weitergeht. Ein kaltblütiger Fischer trübt das Wasser und bereitet damit der Forelle ein trauriges Ende. Allerdings weiß ich, dass Sie und Ihre Freunde des Angelsports sich nicht für die Trübung, sondern für die Klarheit des Wassers einsetzen und verantwortungsbewusst mit diesem Geschenk umgehen. 

Den Forellen wünsche ich viel Glück und dass sie sich gut einleben mögen. Das wäre ein schöner Beweis, dass die die einst so schmutzige Ruhr wieder ein Angelgewässer geworden ist. Ein Fluss in dem sich die hier ursprünglich heimischen Fische wieder wohlfühlen. 

Den Forellen wünsche ich viel Glück und dass sie sich gut einleben mögen. Das wäre ein schöner Beweis, dass die die einst so schmutzige Ruhr wieder ein Angelgewässer geworden ist. Ein Fluss in dem sich die hier ursprünglich heimischen Fische wieder wohlfühlen. 

Herzlichen Dank!“


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