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02.03.2013 Alter: 4 yrs

Zur Werkbundsiedlung

Ein offener Brief von Professor Roland Günter an Prof. Werner Ruhnau über den Status des Experimentes der Werkbundsiedlung.

Deutscher Werkbund NW
Der 1. Vorsitzende
Prof. Dr. habil Roland Günter                                             1. Februar 2012



Sehr geehrter Herr Prof. Werner Ruhnau,                    
lieber Werner,

   es gab ein Schreiben des damaligen Vorsitzenden Prof. Werner Schriefers über die Werkbund-Siedlung in Oberhausen-Alstaden.
   Dieses Schreiben hält den Tatsachen nicht stand.
   Tatsache ist, dass die Oberhausener Siedlung eine Werkbund-Siedlung ist.

   Ihre Grundidee wurde damals von etlichen Leuten nicht verstanden, ich betone sie noch einmal: Die Siedlung war von vornherein ein Experiment. Wie ein Experiment im Einzelnen ausgeht, kann man aus der Sache heraus nicht im Vorhinein bestimmen und festlegen, vielmehr geht das Resultat  aus dem Prozeß hervor. Alle Beteiligten waren sich darüber im Klaren, dass ein Experiment unterschiedlich ausgehen kann. Dies gehörte zur Konzeption.
   Es kommt nicht allein auf das Resultat an, sondern gleichermaßen auf den Prozeß. Der Werkbund-Gedanke steckt ebenso und in erheblichem Umfang im Besonderen im Prozesshaften. Dazu hat seit einiger Zeit Wolfgang Meisenheimer etliches auch theoretisch formuliert.

   In dieser Werkbund-Siedlung gibt es einzelne Ergebnisse, die man je nach Standpunkt für misslungen halten kann. Zum Beispiel, dass da plötzlich an einer Ecke jemand eine Burg-Anlage gebaut hat. Dies wollte niemand aus dem Team, es war – nach Abschluß des Werkbund-Projektes (!) leider nicht zu verhindern. Bedauerlich ist, dass die Stadt Oberhausen diesen Plan genehmigt hat. Dies ist jedoch innerhalb des Experimentes eine Aussage, die die Stadt über sich selbst machte – dass sie nämlich einiges von dieser ambitionierten Werkbund-Unternehmung nicht verstand. Den Beigeordneten Dr. Hans Otto Schulte, als einer der Werkbund-Leute, trifft keine Schuld – er wurde in der Macht-Konstellation innerhalb der Stadt, die sehr schwierig war, überspielt.
   Man kann auch Bedenken dagegen haben, dass die vorzügliche Spielregel, an der Straßenseite  stringent für den öffentlichen Raum zu bauen und die Gartenseite dem Einzelwillen der Bewohner freizugeben nicht strikt durchgehalten wurde.


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